Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit

Aufgaben der Feuerwehr

Begleitend dazu räumen wir (wieder) mit Klischees auf und die entkräftigen die Vermutung „die Feuerwehr löscht doch nur Feuer“ mit etwas Statistik, Gesetzgebung und Zusatzinformationen.
Neben den klassischen Grundaufgaben zeigen wir die Nebenaufgaben auf, die es zur Erreichung der gestellten Anforderungen zu erledigen gilt.

Fangen wir mit den Grundsätzen an:
Die Aufgaben der Feuerwehr sind es, bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen und ähnlichen Ereignissen Hilfe zu leisten, d. h., Menschen, Tiere, Sachwerte und die Umwelt zu retten, zu schützen und zu bergen. Hauptaufgabe ist jedoch das Retten, das Priorität vor allen anderen Aufgaben hat.

International weit verbreitet ist die Zusammenfassung der Aufgaben mit den Schlagworten Retten, Löschen, Bergen, Schützen.

Das Retten ist die Abwendung einer Lebensgefahr von Menschen durch Sofortmaßnahmen (Erstwirkung), die der Erhaltung oder Wiederherstellung von Atmung, Kreislauf oder Herztätigkeit dienen und/oder Befreien aus einer Zwangslage durch technische Rettungsmaßnahmen. Tätigkeitsfelder hierfür sind z. B. Feuer, Überschwemmungen oder Verkehrsunfälle.

Das Löschen ist die älteste Aufgabe der Feuerwehr. Bei diesem sogenannten "Abwehrenden Brandschutz" werden unterschiedlichste Schadfeuer mit Hilfe spezieller Ausrüstung bekämpft. Neben Wasser wird hier auf Pulver, CO² und Schaum gesetzt.

Im Laufe der Zeit ist jedoch die Zahl der Brandbekämpfungen weltweit zurückgegangen. Die Fortschritte im baulichen und vorbeugenden Brandschutz wirken sich deutlich auf die Einsatzarten aus.
Aufgrund der zunehmenden Aufgabenvielfalt der Feuerwehr, nehmen die technischen Hilfeleistungen stark zu und die Feuerwehr entwickelt sich zur Hilfeleistungsorganisation.

Die Feuerwehr kann weiterhin das Bergen von Sachgütern, toten Menschen oder Tieren übernehmen. (Bei Lebewesen spricht man nach dem Ableben von Bergung - vorher ist es eine Rettung.)

Vorbeugende Maßnahmen (das Schützen) beinhalten im Wesentlichen Elemente des vorbeugenden Brandschutzes. Diese dienen der Vermeidung von Entstehungsbränden, z. B. durch Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen, oder konsequenter Brandschutzerziehung in der Bevölkerung, um auf Gefahren aufmerksam zu machen und richtiges Verhalten in Notsituationen aufzuzeigen. Besonders in Industrienationen wird dem Betriebsbrandschutz immer mehr Augenmerk geschenkt, sei es durch eigene betriebliche oder auch durch öffentliche Feuerwehren.

Darüber hinaus wird die Feuerwehr im Rahmen behördlicher Baugenehmigungsverfahren größerer Bauvorhaben häufig hinzugezogen und um Stellungnahme gebeten. Weiterhin arbeitet die Feuerwehr in verschiedenen Fachgebieten bei der Erstellung von Standards mit. Außerdem betreibt die Feuerwehr aktiven Umweltschutz, etwa durch die Eindämmung von Ölunfällen, Beseitigung von Ölspuren auf Straßen und Schutz vor chemischen, biologischen und atomaren Gefahren.

Klingt schon etwas mehr als nur Feuer löschen?
Ist es auch! Die letzten Kapitel haben sukzessive erklärt mit welchen Mittel, Fahrzeugen, Taktiken und Entwicklungen die gestellten Anforderungen erreicht werden. Doch das Gros der Aufgaben sind bei uns "Nebentätigkeiten", die zur Erreichung der vier Grundziele notwendig sind. Das gilt z.B. für die zeitintensive Jugendfeuerwehr-Arbeit. Sie ist keine Pflicht, aber ohne Jugend gibt es auch mittelfristig keine aktive Abteilung und folglich keine Feuerwehr mehr.

Um "die Feuerwehr" zu erhalten, bedarf es Dienste zur Grundreinigung und Instandsetzung von Liegenschaften und Fuhrpark ebenso wie klassische Übungsdienste.
Essentielle "Neben"-Aufgaben, die gemacht werden müssen, die man als Fachfremder aber nie auf dem Zettel hat, wären:
Die Überprüfung der Löschwasser-Entnahmestellen in Sprotta und Sprotta-Siedlung inklusive protokollierter Saugtiefe und ggf. Meldung bei Unregelmäßigkeiten. Die Pläne für Hydranten sind regelmäßig zu überprüfen und ggf. durch den Bauboom zu erneuen. Die Rechtslage ändert sich und will entsprechend kommuniziert und belehrt werden. Das Thema Unfallverhütung wird mit einem Sonderverantwortlichen regelmäßig belehrt. Und vier Brandsicherheitswachen je Jahr sind neben Tag dem offenen Tür und der Ausrichtung Maifeuers als Maßnahme zur Öffentlichkeitsarbeit auch nicht einfach so geleistet.
Für die Atemschutzgeräteträger/innen gilt es regelmäßig im Brandcontainer oder auf der Übungsstrecke die Tauglichkeit nachzuweisen. Die medizinischen Untersuchungen aller zwei Jahre sind im Belastungs-EKG zu absolvieren.

Wie ihr bei Kapitel 3 (Einheiten und Struktur) bereits gelesen habt, ist die Feuerwehr eine Körperschaft der Gemeinde und wir müssen Haushaltspläne erstellen, Beschaffungen planen, Anträge schreiben, Fördervereinsarbeit (nur so können wir eigenständig handeln) leisten und zum Jahresende auch mal einige Feste feiern.

In Zahlen: Der Dienstplan der Aktiven für 2019 hat bei uns 67 Termineinträge für Veranstaltungen, Brunnen-Kontrollen, Brandsicherheitswachen, Hauptversammlung und Instandhaltungen sowie Training mit neuen Ausrüstungen (Atemschutztechnik / Hochdrucklöschgerät). Dazu kommen 60 Termine für Jugenddienste und Zeltlager, 20 Termine für Verbands- und Ausschusstermine, Vereinssitzungen und Co.
Um jährlich zwischen 10 bis 25 Einsätze und die Brandsicherheitswachen abzuarbeiten sowie die Zukunft durch Nachwuchs abzusichern, sind ~ 150 Termine eingeplant. Keine Sorge - klingt beim niederschreiben schon irrwitzig und trifft für kein einziges Mitglied zu! Wir splitten die vorbenannten Aktivitäten auf und verteilen die Aufgaben für Wehrleitung, Jugendbetreuer, Veranstaltungscrew, Technikjunkies, Feuerwehrsport-Mannschaft und externe Vereinsmitglieder. Wer mit 10 Diensten im Jahr und den wahrnehmbaren Einsätzen dabei ist, gehört ebenso dazu wie alle anderen.
Im Sprottaer Dienstplan stehen im Jahr 2019 ganze vier Dienste, in denen wir mit Strahlrohr und Schlauch agieren. Einer davon ist eine überörtliche Zugübung (großer Zug/ Kapitel 3).

Bisher waren das allesamt lokale Aufgaben, welche gemäß "Sächsisches Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz" seitens der Gemeinde zu erfüllen sind, über die Satzung der Feuerwehren der Gemeinde Doberschütz genauer definiert werden und seitens der Aufgabe von Landkreisen, Land und Bund flankiert werden.
Letzteren obliegt die Alarm-Infrastruktur (Rettungsleitstellen zu betreiben), die Gesetzgebung zu definieren sowie die überregionalen Katastrophenschutz-Kontingente auszurüsten.

Merke: Wenn der Bauamtsleiter den frischen Asphalt kühlen muss oder die Dachentwässerung der Kirche Nachhilfe braucht, ruft man die Feuerwehr. Wenn es brennt, der Orkan die Bäume bricht, es im Straßenvekehr nicht so läuft, der Deich überläuft oder bei Starkregen der Keller voll läuft - man ruft die Feuerwehr. Wenn Rettungsdienst oder Polizei Amtshilfeersuchen haben oder öffentliche Veranstaltungen abgesichert werden sollen - man ruft die Feuerwehr. Und genau weil das alles so selbstverständlich ist, seid euch bitte bewusst, dass wir 80% der Zeit damit verbringen die 20% an Einsatzzeit (inkl. Sicherheitswachen) bestmöglich trainiert und im Gemeindeverband gut strukturiert eure Rufgründe zu lösen und Sorge zu tragen dass die nächste Generation das weiterhin macht.