Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit

Regionale Besonderheiten

Nach den vorangegangenen Kapiteln über bundesweite Normen, Dienstvorschriften und Landesgesetze, kommen wir heute zur Betrachtung der Besonderheiten in unserer Gemeinde.

Derzeit leben in unserer Gemeinde 4070 Einwohner und trotz des gefühlten Geburtenbooms und Zuzüglern, schrumpfen wir bis Jahresende 2019 auf circa 4050 Personen. Dieser Effekt wird erst mit der Besiedlung der neuen Baugebiete umgekehrt. Die Prognose beläuft sich bis 2022 auf circa 4100 Einwohner. In Sprotta & Sprotta-Siedlung haben wir hier durch die beiden Kitas in zwei Ortslagen und die bereits erschlossenen Baugebiete etwas zeitlichen Vorlauf und verzeichnen bereits organischen Zuwachs, der zeitnah durch externen Zuzug verstärkt wird. Wir rechnen (siehe Kapitel 5) zeitnah mit circa 1.500 Einwohnern in zwei Ortsteilen mit drei Ortslagen.

Für die Nachrechner: Von aktuell 1420 bis ~1.500 Einwohner ist die Differenz (80) größer als das mittelfristige Gesamtwachstums der Gemeinde. Dies liegt an daran, dass die Baugebiete und Zuzügler in „zum See“, „Sprottaer Bucht“, „Zur Jaske“, Ahornweg, Windmühlenweg und Co. die Mortalitätsrate gesamtgemeindlich überproportional ausgleichen.

Bei der Niederschlagssituation trifft das Kürzel „ARD“ sehr häufig zu. „Außer Region Doberschütz“, da wir auf der Lee-Seite des schwarzen Bergs nach Jesewitz eine gewisse Spaltung der Luftmassen beobachten können. Während im ehemaligen Muldental oder über den B183 Ortsteilen der Gemeinde Laußig deutlich mehr Niederschläge fallen, verbindet sich diese Lee-Wirkung mit der Sperrwirkung der Mulde und des Sprottaer Kiessees.
Wer bei Niederschlägen die B87 von Leipzig Richtung Osten fährt, kann an der Muldebrücke die Scheibenwischer abstellen. Oder: Während zum Stadtfest in Eilenburg die Feuerwehr mit Oberflächenwasser durch Starkregen beschäftigt wird, ist es 2km östlich "in ARD" von April bis Oktober komplett trocken.

Auf die strukturellen Gegebenheiten wie trockener Sandboden, große Nadelwaldflächen, viele Landwirtschaftsbetriebe und hohe Entfernungen zwischen Löschwasserentnahmestellen haben wir als Gemeinde natürlich reagiert. So haben wir in der Gemeinde über 9.000l Wasser auf wasserführenden Fahrzeugen mit Allradfahrgestellen, haben in jeder Wehr tragbare Pumpen auf einem Fahrzeug (ist auf aktuellen Löschfahrzeugen nicht mehr genormt) und große Mengen an mobil verlegbarem Schlauchmaterial auf Anhängern. Ebenso konnten beim Sturmeinsatz im Frühjahr 2018 alle Wehren schnell eine ausreichende Zahl an Kettensägen aufbieten und den Windbruch beräumen.

Wir haben nach dem trockenem Sommer 2018 ein Hochdrucklöschgerät auf dem Löschfahrzeug installiert sowie ein Wald- und Ödlandbrand-Set aus kompakteren D-Schläuchen bestellt. Damit werden dann pro 20m Schlauch nur 9,9l statt 88l Wasser (Vergleich D zu B) gebunden und die Handhabung wird deutlich einfacher. Wir üben dieses Jahr im Gemeindeverbund verschiedene Szenarien und konsolidieren bei Beschaffungsrundem mit allen Wehrleitern unsere Strukturen.

Ebenfalls eine Besonderheit: Wir feiern seit knapp 30 Jahren das jährliche Floriansfest der Feuerwehren. Mit Festsitzung am Freitag, Programm zum Samstag und Gottesdienst am Sonntag wird dem Schutzpatron der Feuerwehr gedacht sowie die gesunde Rückkehr aller Einsatzkräfte erbeten.
Viele Wehren der Gemeinde sind bei Oster-, Mai- und Halloween-Feuern sowie Maibaum-Veranstaltungen nicht "nur" die Wächter sondern veranstalten diese Festivitäten und tragen damit direkt zum kulturellen Leben bei.