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Feuerwehr-Fakten (4/9); Dienstgrad und Ausbildung



Nach zwei langen Kapiteln wird es etwas kürzer, da wir in Sachsen betreffs Dienstgrad und Ausbildung eine einfache(ere) Hierarchie seitens der Feuerverordnung als andere Bundesländer haben. In Niedersachsen wäre der Sachverhalt beispielsweise deutlich weitläufiger und komplexer zu erklären.


Die Hauptgrafik zu diesem Posting zeigt gut zusammengefasst die Dienstgrade, Funktionen und die notwendigen Qualifikationen und erspart euch jetzt hier die Erklärung dieser Tabelle in Textform. Daher möchten wir weniger die Laufbahnwege erklären, sondern den Werdegang im Alltag skizzieren. Hinweis: Das betrifft nur die Freiwillige Feuerwehr, da die Berufsfeuerwehren andere Abzeichen, Dienstgrade und Funktionen nutzen.

Beginn in der Feuerwehr und damit der „Ausbildung“ ist seit einigen Quartalen ab 8 Jahren möglich. Die Kinder-Feuerwehr-Gruppe ab 6 ist rechtlich möglich, wird aber von uns nicht betrieben.
Zwischen 8 und 13 befinden sich die Kinder in der jüngeren Altersgruppe, üben spielerisch den Feuerwehr-Alltag, fahren in Zeltlager, betreiben Wettkampf-Training um Teamgedanken zu entwickeln, schauen Youtube-Tutorials, etc.
Diese Zeit ist die härteste aber auch prägendste Zeit für alle Beteiligten. Hier (und das schreiben wir völlig wertfrei) prallen unterschiedliche Erziehungslevel, Charaktere und Interessen aufeinander.

Naturgemäß reißen bei über 20 Kindern in dieser Gruppe auf die Frage: „Wer will nachher an die Kiesgrube vorn am Strahlrohr stehen?“ alle die Arme nach oben. Nichtsdestotrotz setzen wir genau an dieser Stelle mit dem Teamgedanken an und lassen auch ganz unreguliert alle nach vorn laufen. Das Resultat: 20 freudige Kinder, viele Strahlrohre und nach einigen Sekunden der Blick nach hinten sowie die Erkenntnis, dass wenn alle vorn stehen, es wohl keinen Strahlrohr-Spaß geben wird.

Als liberale Feuerwehr gilt es genau diesen Zielkonflikt, die unterschiedlichen Altersgruppen und Grüppchen von verschiedenen Schulwegen zu harmonisieren. Bestmöglich über den Weg der Selbsterkenntnis, dass sich immer Teammitglieder darum kümmern müssen, dass das Wasser aus der Kiesgrube an den Strahlrohren ankommt. Nur ein Beispiel von vielen...
Wir hoffen den gesellschaftlichen Trend der Generation Instagram ohne Interesse für das Gemeinwohl etwas zu bremsen und mit dieser Arbeit für Sozialisation und Erziehung das gesellschaftliche Miteinander von Grund auf zu fördern.

Zwischen 14 und 16 gibt es bei uns eine Jugendgruppe, die komplexer und näher am Einsatzdienst trainiert, bei den Veranstaltungsaufgaben mitwirkt sowie bei Catering und Co. tatkräftig unterstützt. In den letzten Monaten vor dem Grundlehrgang Truppmann / Truppfrau werden die über Jahre trainierten Grundlagen nochmals verfeinert und Prüfungsthemen angerissen. Der Jugendfeuerwehrdienst findet wöchentlich statt und es wechseln sich in die Altersgruppen wechselwöchig ab.

Nach erfolgreichem Grundlehrgang beginnt auch schon die aktive Zeit, welche als Feuerwehrzugehörigkeit für die weitere Laufbahn gewertet wird. Dies gilt im Hinblick auf Ehrenamts-Auszahlungen seitens des Freistaats (für 10, 25, 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft) wie auch für die Beförderungs- und Befähigungslaufzeit. Weitere Qualifikationen, die regional ausgebildet werden, sind Truppführer, Kettensägen-Führer, Maschinisten, Sprechfunk BOS, und Atemschutzgeräteträger.

Überregional an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule kann man sich zum Gruppenführer, Zugführer, Verbandsführer (erinnert euch an Kapitel 3), Leiter einer Feuerwehr, Beauftragter Atemschutz, Gerätewart, u.v.m. weiterbilden und Zusatzaufgaben wahrnehmen.

Der Dienst findet jeden Freitag statt und die Teilnahme ein einem monatlichen Dienst reicht für den Erhalt des Ausbildungslevels sowie die Betrachtungen von Weiterentwicklungen vollkommen aus. Einen vom Bürgermeister gezeichneten Dienstplan gibt es zu Jahresbeginn, er dient als Richtungsweiser für die gestellten Aufgaben. Zusätzlich werden in der jährlichen Hauptversammlung die Sonderverantwortlichkeiten vergeben bzw. Sonderposten im Rahmen einer Wahl bestätigt.

Merke aus Kapitel 4: Die Schulterstücke auf den Uniformen, Funktionsstellen und Befähigungen werden nicht frei nach Nase vergeben – meist steht jahrelanges Engagement dahinter. Die Mitgliedschaft in der Feuerwehr bedingt nicht die Teilnahme an jedem Dienst. Den Weg kann man selbst wählen und die ehrenamtliche Intensität skalieren.